Eigentlich bin ich ja prinzipiell gegen das ALDI-Prinzip. Aber manchmal - hier kommt meine gelegentliche Inkonsequenz wieder zum Vorschein - heiligt der Zweck die Mittel. Erstens, weil das neue ALDI-Navi günstiger ist als das neue TomTom meiner Mutter (extrem wichtig in Zeiten der Arbeitslosigkeit ;-), zweitens ist es kleiner, und drittens kann es sogar mehr (zumindest in den Punkten, die mir wichtig sind). Natürlich hat die Testphase gerade erst begonnen, und nach dem Wochenende wird sich zeigen, ob ich nicht doch von meinem Rückgaberecht Gebrauch mache.
Ein für mich besonders wichtiges Feature: die Ansage von Straßennamen und Richtungsanweisungen, wenn's mal hektisch wird. Damit ich nicht auf gut Glück die "nächste" Abbiegung in 500 m nehme und dann feststelle, dass es doch diejenige 2 m weiter gewesen wäre. Am besten ist es immer, wenn man dann nicht umdrehen kann, weil Einbahnstraße, und man für die nächsten x Minuten im Innenstadtverkehr feststeckt, bis man wieder auf die richtige Spur kommt.
Ich wünschte manchmal, ich hätte so ein "Navigationsgerät" von Gott automatisch in mir eingebaut, das mir immer sagt, welche Richtung und Straße ich denn jetzt einschlagen muss. Wäre das nicht das christliche Nonplusultra-Navi?! Mit lauten Ansagen von oben, wie: "Drehen Sie um!" oder einem akustischen Fahrspurassistenten, der mich genau auf die richtige Spur lotst, bevor ich mich verfahre. Sollte unser allmächtiger Gott das nicht mühelos auf die Reihe kriegen?!
Da das natürlich eine rhetorische Frage ist, stellt sich gleich die nächste: Warum tut Er es dann nicht?
Oder stimmt vielleicht mit unserer Lautstärkeeinstellung irgendwas nicht? Überhören wir vielleicht die akustischen Warnsignale, weil die Musik gerade so laut ist?
Ich lese gerade das Buch von John Eldredge "Finde das Leben, von dem du träumst - warum es sich lohnt, auf die Stimme des Herzens zu hören" (The Journey of Desire). Und ich denke, es gibt zwei Antworten auf die Frage, warum mein ALDI-Navi scheinbar mehr kann als Gott.
- Gott läßt uns bewußt unsere eigenen Wege ausprobieren. Damit wir Fehler machen und aus unseren Fehlern lernen, daran wachsen und "weiser" werden. Und natürlich, weil viele Wege - auch auf Umwegen - letztlich ans Ziel führen können.
- Manchmal will er uns führen, aber wir ignorieren seine Anweisungen (die Stimme unseres Herzens, if you will). Ich bin zu beschäftigt mit anderen Dingen, lasse mich ablenken, verlocken. Oder ich nehme mir gar nicht erst die Zeit, mich wirklich auf Gottes Reden einzulassen. Ich erwarte heutzutage Instant-Messaging, habe keine Geduld, zu warten - und da macht Gott eben nicht immer mit.
Üben wir uns also lieber in Geduld und Vertrauen darauf, dass Gott unsere Route auch im Hintergrund perfekt durchgeplant hat, und uns bei Abweichungen immer wieder auf den richtigen Kurs bringt - bis wir am Ende bei Ihm ankommen.

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