Saturday, October 31, 2009

Von den Talenten

"There's a unique sense of fulfillment that comes when we submit our gifts to God's use and ask him to energize them in a supernatural way - and then step back to watch what he does. It can be the difference between merely existing in black and white and living a life in full, brilliant color."
Lee Strobel

Ich habe eine Gabe. Du hast eine Gabe. Jeder Mensch hat Gaben, die Gott in uns hineingelegt hat.
Diese "Talente" sind uns eben nicht gegeben, damit wir sie irgendwo eingraben und wegschließen, sondern damit wir sie zur Ehre Gottes perfektionieren, fördern, und andere Menschen damit erbauen. Wenn ich meine Gaben nicht kenne oder sie nicht benutze, verhindere ich Gottes Wirken durch mich. Wir machen Gott klein, wenn wir uns selbst schlechtreden oder unsere Talente verkümmern lassen. Wir werden nie die Fülle Gottes in unserem Leben erfahren, wenn wir nicht nach dem leben, was Gott in unser Herz gelegt hat.

Ich sollte langsam mal anfangen, zu dem zu stehen was ich gut kann, und alles daran zu setzen um es für Gott einzusetzen!

Saturday, October 10, 2009

(Sehn)Sucht

"Als sie der Versuchung einmal nachgegeben hatten, war ihre Freiheit vom Verlangen besiegt. Sie wollten mehr. Gott wußte: bei diesem einen Baum würde – ja konnte – es nicht bleiben..."


Kein Alkohol, keine Drogen, keine Zigaretten; nicht mal Schokolade würde mich in Versuchung treiben. Ich bin wirklich frei von jeder schlimmen Sucht! Oder?


Wie frei bin ich wirklich? Sind meine alltäglichen "Gewohnheiten" und Hobbys wirklich so harmlos, oder mache ich mir – und anderen – da selbst etwas vor?

Wenn es keine Sucht wäre, könnte ich es ja jederzeit aufgeben, ohne dass es mir etwas ausmacht. Wenn es keine Abhängigkeit wäre, würde ich ohne diese Dinge ja genauso zufrieden durchs Leben gehen. Und selbst wenn: ist das nicht normal, dass sich jeder Mensch auf dieser Welt auch nach etwas Trost, Sicherheit, Vergnügen und Liebe sehnt?


Machen wir mal den Selbsttest mit Dingen, die ich mit Sicherheit nicht als "Sucht" bezeichnen würde:


  • Kaffee. Klar, ich kann gut ohne leben - wenn ich keinen Zucker oder Milch dazu habe. Aber wenn beides da ist, warum sollte ich darauf verzichten?! Dieser Duft.......
  • Freecell. Ach was, diese kleinen Spielereien zwischendurch. Nur bei Langeweile natürlich. Aber warum widme ich diese Zeit nicht lieber Gott?
  • Geld. Ist doch lebensnotwendig; ohne Geld kein Kaffee ;-) Je mehr Geld, desto mehr Kaffee. Oder Fair Trade-Kaffee – dann tu ich auch noch was für die armen Menschen in Südamerika. Und ansonsten bin ich sehr sparsam – andere würden das vielleicht sogar als geizig bezeichnen. Aber man muss doch sehen, wo man bleibt!?
  • Versicherungen. Rente, Auto, Fahrrad, Hausrat, Brand, Marder, Kinder, Ausbildung, Reiserücktritt, Zahnarzt, Einzelzimmer, Chefarzt, ... Da wäre ich ja völlig aufgeschmissen ohne!
  • Sport. Mein Körper ist doch der Tempel des Heiligen Geists – der muss picobello sein! Wenn ich zuviel gegessen habe, müssen die Pfunde wieder runter, um jeden Preis. Ich will Muskeln, kein Fett!
  • Kosmetik. Ohne Schminke auf die Straße?? Niemals. Dann würden die Leute ja sehen, wie ich wirklich aussehe. Was das kostet, ist doch egal – Hauptsache das Ergebnis stimmt.
  • Rosamunde Pilcher. Natürlich fesselt mich daran vorallem der ausgefeilte Schreibstil der Autorin, was sonst. Und bei dem Regenwetter ist Lesen doch eine vernünftige Beschäftigung. Ach, und die Geschichten gehen immer so zu Herzen...


Oooh, ich stelle fest, mir fallen immer mehr Sachen ein (für Vollständigkeit übernehme ich keine Gewähr), die ich von meiner Gewohnheitsliste nur ungern streichen möchte. Aber zu meiner Selbstverteidigung: nicht alle o.g. Dinge stehen wirklich auf meiner persönlichen Liste, seien aber beispielhaft für euch da draußen genannt ;-)


Aber seien wir mal ehrlich – und John Eldredge hat es hier genau auf den Punkt getroffen, wie ich finde: Kommt euch nicht auch manchmal der Gedanke, dass wir mit der Erfüllung all unserer lieben Gewohnheiten und innerem Verlangen eigentlich keinen Gott mehr brauchen? Wären wir dann nicht auch ohne Gott glücklich? Wenn wir alles haben, was wir brauchen und wir gar nicht mehr wissen, was wir uns wünschen sollten – ist Gott dann nicht überflüssig?


Warum sehne ich mich nach so vielen kleinen, unbedeutenden, schädlichen "Dingen" auf der Welt, anstatt mich nach mehr Nähe zu Dem zu sehnen, der mir das Leben in aller Fülle schon bietet?! Ich hoffe, ich ertappe mich in Zukunft viel öfter bei diesem Gedanken und komme wieder "zur Besinnung" auf das, was wirklich zählt – anstatt mich bei Gott zu beschweren, wenn Er mir dieses oder jenes kleine "Vergnügen" nicht gönnt...

Thursday, October 8, 2009

GoPal! Wohin auch immer...

Das (leidige) Thema Navigation nimmt langsam universelle Dimensionen an, an denen sogar meine Mutter nicht herumkommt - auch wenn "früher alles besser war".
Eigentlich bin ich ja prinzipiell gegen das ALDI-Prinzip. Aber manchmal - hier kommt meine gelegentliche Inkonsequenz wieder zum Vorschein - heiligt der Zweck die Mittel. Erstens, weil das neue ALDI-Navi günstiger ist als das neue TomTom meiner Mutter (extrem wichtig in Zeiten der Arbeitslosigkeit ;-), zweitens ist es kleiner, und drittens kann es sogar mehr (zumindest in den Punkten, die mir wichtig sind). Natürlich hat die Testphase gerade erst begonnen, und nach dem Wochenende wird sich zeigen, ob ich nicht doch von meinem Rückgaberecht Gebrauch mache.

Ein für mich besonders wichtiges Feature: die Ansage von Straßennamen und Richtungsanweisungen, wenn's mal hektisch wird. Damit ich nicht auf gut Glück die "nächste" Abbiegung in 500 m nehme und dann feststelle, dass es doch diejenige 2 m weiter gewesen wäre. Am besten ist es immer, wenn man dann nicht umdrehen kann, weil Einbahnstraße, und man für die nächsten x Minuten im Innenstadtverkehr feststeckt, bis man wieder auf die richtige Spur kommt.

Ich wünschte manchmal, ich hätte so ein "Navigationsgerät" von Gott automatisch in mir eingebaut, das mir immer sagt, welche Richtung und Straße ich denn jetzt einschlagen muss. Wäre das nicht das christliche Nonplusultra-Navi?! Mit lauten Ansagen von oben, wie: "Drehen Sie um!" oder einem akustischen Fahrspurassistenten, der mich genau auf die richtige Spur lotst, bevor ich mich verfahre. Sollte unser allmächtiger Gott das nicht mühelos auf die Reihe kriegen?!

Da das natürlich eine rhetorische Frage ist, stellt sich gleich die nächste: Warum tut Er es dann nicht?
Oder stimmt vielleicht mit unserer Lautstärkeeinstellung irgendwas nicht? Überhören wir vielleicht die akustischen Warnsignale, weil die Musik gerade so laut ist?

Ich lese gerade das Buch von John Eldredge "Finde das Leben, von dem du träumst - warum es sich lohnt, auf die Stimme des Herzens zu hören" (The Journey of Desire). Und ich denke, es gibt zwei Antworten auf die Frage, warum mein ALDI-Navi scheinbar mehr kann als Gott.

  1. Gott läßt uns bewußt unsere eigenen Wege ausprobieren. Damit wir Fehler machen und aus unseren Fehlern lernen, daran wachsen und "weiser" werden. Und natürlich, weil viele Wege - auch auf Umwegen - letztlich ans Ziel führen können.
  2. Manchmal will er uns führen, aber wir ignorieren seine Anweisungen (die Stimme unseres Herzens, if you will). Ich bin zu beschäftigt mit anderen Dingen, lasse mich ablenken, verlocken. Oder ich nehme mir gar nicht erst die Zeit, mich wirklich auf Gottes Reden einzulassen. Ich erwarte heutzutage Instant-Messaging, habe keine Geduld, zu warten - und da macht Gott eben nicht immer mit.
Und wahrscheinlich ist das auch besser so - nicht immer ist der vermeintlich kürzere, schnellere Weg auch der beste in unserer individuellen Situation. Ich tröste mich damit, dass Gott immer noch den weitesten Blick hat von uns allen, und uns alle Dinge zum Besten dienen lassen will. Bei Gott gibt es keine Einbahnstraßen und Sackgassen; die bauen wir uns oft nur selbst.

Üben wir uns also lieber in Geduld und Vertrauen darauf, dass Gott unsere Route auch im Hintergrund perfekt durchgeplant hat, und uns bei Abweichungen immer wieder auf den richtigen Kurs bringt - bis wir am Ende bei Ihm ankommen.